IGW News

45 Jahre Provisorium

Seit 45 Jahren leiden die Quartiere entlang der Rosengartenstrasse / Westtangente massiv unter Lärm, Dreck und Staub. Die Autobahn zerschneidet das Quartier Wipkingen in zwei vollständig getrennte Teile. Wir wollen aufzeigen, dass neben den touristisch propagierten Schönheiten von Zürich auch noch andere Orte existieren. Sehen Sie selber, wie es ist, dort wo wir wohnen, zur Schule gehen, schlafen, ...

 

 

 

Die Fakten

Und Zürich blüht auf:

Weniger Autoverkehr bedeutet weniger Lärm und Luftbelastung und mehr Lebensqualität für die ganze Stadt. Wipkingen und Unterstrass wachsen dank Fussgängerstreifen und Velowegen wieder zusammen.

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Medienmitteilung 01. Oktober 2013

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Umfassendes intelligentes Verkehrsmanagement statt Scheinlösung Waidhaldetunnel

 


 

Sehr geehrte Medienschaffende, Zürcher und Zürcherinnen, verkehrspolitisch Interessierte

Wir Anwohner und Anwohnerinnen haben uns bereits vor 40 Jahren in der Interessengemeinschaft Westtangente Plus zusammengeschlossen, um die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung im Quartier Wipkingen und an der Rosengartenstrasse zu vertreten und stets daran zu erinnern, dass die Verkehrsführung über die Weststrasse, die Hardbrücke, durch die Rosengartenstrasse bis zum Bucheggplatz als Provisorium gedacht war und somit die  Verkehrsberuhigung an der Rosengartenstrasse, wie vor 40 Jahren versprochen, noch immer aussteht.

Lebensqualität und Gesundheit gehen in einem Wohnquartier definitiv vor – Zeit zu handeln:

Seit vier Jahrzehnten ist die Rosengartenstrasse die am stärksten durch Luftverschmutzung und Lärm belastete Strasse durch ein Zürcher Wohnquartier. Die Ursache für diese Belastung ist einzig und allein der motorisierte Verkehr. In ein Schulhaus im Herzen dieser Zone gehen unsere Kinder zu Schule. Dieses Jahr werden sogar noch weitere Container auf das Schulareal gestellt, weil die Zahl der schulpflichtigen Kinder stark zunimmt. Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Umweltbelastung sind bekannt. Es treten vermehrt Allergien und Atemwegerkrankungen auf. Dazu kommen die erhöhten Unfallrisiken für die schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Die Gründe, wie es zu diesem Provisorium der Verkehrsführung gekommen ist, liegen in einer nie in die Realität umgesetzten Autobahnzusammenführung beim Platzspitz, dem so genannten Ypsilon. Es erfolgte ein verkehrspolitischer Paradigmawechsel hin zu Umfahrungsstrassen, eine Folge langjähriger Opposition aus der Bevölkerung und neuer Entwicklungen im Städtebau. Das ist an sich ein Glücksfall für die Stadt Zürich. Erstellt wurden in den letzten Jahrzehnten der Gubristtunnel, das Autobahnkreuz in Urdorf, die Autobahn durch das Knonauer Amt und der Uetlibergtunnel.

Die Umfahrungen  sind inzwischen fertig gestellt worden. Somit hat nun das Provisorium seinen Dienst getan. Die Stadt Zürich hat die Weststrasse bereits vom Durchgangsverkehr entlastet. Es ist nun an der Zeit, den Verkehr auch in der Rosengartenstrasse stadt- und quartierverträglich zu machen und die Versprechen, die vor 40 Jahren abgegeben worden sind, einzulösen.

Umfassendes intelligentes Verkehrsmanagement – Ziel ist die Eindämmung des Verkehrs an der Rosengartenstrasse

Bekanntlich ist der Verkehr ein grossräumiges System mit zahlreichen Faktoren. Deshalb kann ein Problem nur aus einer Gesamtsicht heraus gelöst werden.

Unserer Ansicht nach ist das Projekt des so genannten Waidhaldetunnels weit davon entfernt, die lang ersehnte Lösung zu sein. Da er erst in 20 Jahren fertig gestellt werden könnte, die Abgasmenge dieselbe bliebe und die Autos auch irgendwo wieder aus dem Tunnel heraus kommen, ist es gar eine Scheinlösung. Ein solches Projekt würde zudem sämtliche intelligenten Lösungen verhindern. Es liegt also auf der Hand, dass unabhängig von einem Tunnelprojekt alle Massnahmen jetzt verfolgt werden müssen. Eine Lösung kann nur bedeuten:

Eindämmung des Verkehrsaufkommens an der Rosengartenstrasse.

Mit einem umfassenden intelligenten Verkehrsmanagement aus einer Vielzahl von Massnahmen, die zusammenspielen, kann die Verkehrsberuhigung an der Rosengartenstrasse gelingen, wie Berechnungen von Experten an der Hochschule Rapperswil zeigen. Dazu gehört die Lenkung des motorisierten Verkehrs, die Umschichtung auf andere Verkehrsträger wie OeV und Langsamverkehr, ein zeitgemässes Verkehrsverhalten wie Fahrgemeinschaften, Car-Sharing, Redimensionierung der Verkehrsaktivitäten, u.v.m.

20% Reduktion durch Lenkung

• Das Autobahnnetz, das gebaut worden ist, genügt, denn das gesamte Siedlungsgebiet des Grossraums Zürich liegt in einer Entfernung von rund 1.5 km zu einem Autobahnanschluss und ist somit hervorragend erschlossen. Die Lenker sollen nun dazu angehalten werden, dieses Angebot besser zu nutzen.

• Die Vorzüge einer Stadtautobahn gilt es zu eliminieren. Mit Geschwindigkeitskontrollen, Ampeln, Fussgängerstreifen kann der Verkehrsfluss den Bedürfnissen einer Quartierstrasse angepasst werden.

• Intelligente Navigationssysteme können eingesetzt und entwickelt werden. Das Beispiel der Zürifest-App der ETH Zürich hat erfolgreich gezeigt, wie Besucherströme beeinflusst werden können. Auch im Bereich Verkehrslenkung können die Errungenschaften des digitalen Zeitalters nutzbringend eingesetzt werden.

20% - 30 % Umschichtung

• Ziel- und Quellverkehr auf OeV verlagern, neue  OeV – Angebote wie Busslinien oder Tramtangenten erstellen.

• Umschichtung auf den Langsamverkehr, die Erschliessung für Velofahrer und Fussgänger verbessern. Es gibt auch heute noch keinen Veloweg, der vom Bucheggplatz durch die Rosengartenstrasse über die Hardbrücke führt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Dasselbe gilt für die Fussgängerstreifen in der Nähe des Schulhauses oder zur Verbindung von Quartierstrassen über die Rosengartenstrasse.

Redimensionieren des Verkehrs

• Car-Sharing – Teilen statt besitzen ist der neue Trend

• neue Arbeitsformen wie Home-Office reduzieren den Pendlerverkehr

Wir Anwohner und Anwohnerinnen möchten auch Sie bitten, sich gemeinsam mit uns für ein umfassendes intelligentes Verkehrsmanagment einzusetzen. Von einem Projekt wie einem Waidhaldetunnel gilt es aus unserer Sicht Abstand zu nehmen, denn es zeugt von einer anachronistischen Verkehrskonzeption, liegt ausserhalb jeder Logik einer Gesamtsicht, ist überteuert und verspricht keine fundamentale Änderung im Sinne eines zeitgemässen Umgangs der Bevölkerung mit dem Thema Verkehr.

Wir setzen uns ein für mehr Lebensqualität.

Ihre IG Westtangente Plus, Zürich

Medienkontakt:

Simone Brander                                                    Anet Nyfeler

Co-Präsidentin                                                      Mediensprecherin

IG WesttangentePlus                                          IG WesttangentePlus

076 416 94 94                                                       076 675 08 86

http://www.westtangenteplus.ch/ 

 

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