IGW News

45 Jahre Provisorium

Seit 45 Jahren leiden die Quartiere entlang der Rosengartenstrasse / Westtangente massiv unter Lärm, Dreck und Staub. Die Autobahn zerschneidet das Quartier Wipkingen in zwei vollständig getrennte Teile. Wir wollen aufzeigen, dass neben den touristisch propagierten Schönheiten von Zürich auch noch andere Orte existieren. Sehen Sie selber, wie es ist, dort wo wir wohnen, zur Schule gehen, schlafen, ...

 

 

 

Die Fakten

Den Waidhaldetunnel braucht es nicht:

Der Waidhaldetunnel wird nicht gebaut. Stattdessen erhält der öffentliche Verkehr mehr Kapazität. Das ist richtig so. Denn es ist bewiesen: Jede neue Strassenverbindung erzeugt auch mehr (Durchgangs-)Verkehr. Daran haben wir in den Quartieren der Stadt Zürich kein Interesse!

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Medienmitteilung vom 7.9.2015

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JA zur Fristerstreckung Waidhaldetunnel – in die Ewigkeit
Wo bleibt Ihr Verstand, Frau Walker-Späh?

Heute Morgen stimmte die Mehrheit des Kantonsrats Zürich dem regierungsrätlichen Antrag auf Fristverlängerung für die Berichterstattung und Antragstellung zur Motion KR-Nr. 150/2009 betreffend Waidhaldetunnel zu. Damit erhält der Regierungsrat den Auftrag, bis August 2016 eine Kreditvorlage für den Bau des Waidhaldetunnels vorzulegen. Die IG WesttangentePlus findet, diese Frist kann durchaus erstreckt werden, dann aber bis in alle Ewigkeit!

Nun erhält also das Volkswirtschaftsdepartement unter der Leitung von Regierungsrätin Carmen Walker-Späh mehr Zeit, in sich zu gehen und zu überlegen, ob der Kanton Zürich tatsächlich Milliarden für ein Projekt ausgeben soll, welches das Problem der seit Jahren verkehrsüberlasteten Rosengartenstrasse einfach in andere Quartiere verlagern und Wipkingen ein doppelstöckiges, gigantisches Tunnelportal bescheren würde.

Im August 2015 bezifferte Heinz Vögeli (VBZ) im Tages-Anzeiger die Kosten für das Projekt Rosengarten mit 1,4 Milliarden Franken (Tunnel und Tram). Bei der Präsentation des Projekts Rosengarten im Oktober 2013 sprachen Stadt und Kanton Zürich von Kosten von 860 Millionen. Der Kostenanteil für das Rosengartentram ist zu beiden Zeitpunkten mit rund 200 Millionen budgetiert. Es sind somit die Kosten für den geplanten Rosengartentunnel, die sich in diesen zwei Jahren bereits von 660 Millionen auf 1,2 Milliarden verdoppelt haben. Wir rechnen: bei gleichbleibender Tunnelbauverteuerung betragen die Kosten für den Rosengartentunnel im Jahr der vorgesehenen Fertigstellung 2032 bereits über 6 Milliarden Franken. Frau Regierungsrätin Walker-Späh, wie wollen Sie das finanzieren?

Im Interview mit der NZZ vom 5. Sept. 2015 liess Frau Regierungsrätin Walker-Späh folgenden Satz verlauten: «Umweltschutz ist auch mir wichtig, wird aber oft höher gewichtet als das Interesse der Bevölkerung an einer Entlastung oder der Volkswirtschaft am Bau einer Infrastruktur.» In der heutigen Zeit, in der jedes mittelständische Unternehmen eineN NachhaltigkeitsbeautragteN hat, ist das gegeneinander Ausspielen von Umweltschutz und volkswirtschaftlichen Interessen völlig unzeitgemäss. Es zeigt die Weltanschauung des Betonzeitalters aus den 60er-Jahren. Auch scheint Frau Walker-Späh ihre Rolle als Regierungsrätin für den ganzen Kanton Zürich noch nicht gefunden zu haben, wenn sie weiterhin einseitig die Interessen der Strassenbaulobby vertritt. Wo bleibt Ihr Verstand, Frau Walker-Späh?

Die von Frau Walker-Späh zitierte Entlastung der Bevölkerung – auch der Anwohner/innen der Rosengartenstrasse – von Lärm, Dreck und Abgasen, ist genau im Sinne der IG WesttangentePlus, einem Umweltverband. Die Entlastung der Bevölkerung steht nicht im Widerspruch zum Umweltschutz, wie dies Frau Walker-Späh suggeriert. Um sowohl der Bevölkerung als auch dem Umweltschutz zu dienen, fordert die IG WesttangentePlus schon lange Sofortmassnahmen: Zebrastreifen mit Lichtsignalanlagen beim Schulhaus und bei querenden Quartierstrassen, durchgängige Bus- und Velospuren, sowie Tempo 30 tags und nachts.

Und ebenfalls schon lange verfolgt die IG WesttangentePlus im Interesse der Bevölkerung und einer fortschrittlichen Volkswirtschaft zukunftsweisende Denkansätze: das Mobilitätsverhalten, Fahrdistanzen und –zeiten, Arbeitsmodelle und der Lebensstil veränadern sich laufend, so dass der Bedarf einer solchen unverhältnismässigen Infrastruktur nicht mehr gegeben ist. Auch der Bund kam bereits im Jahr 2008 zu diesem Schluss, indem er das ungenügende Projekt Waidhaldetunnel in die schlechteste Kategorie C des Agglomerationsprogramms zurückstufte.

Die angeblich laufenden Abklärungen für den Phantomtunnel dienen dem Regierungsrat weiterhin als Vorwand, um keine Sofortmassnahmen zur dringenden Entlastung der Bevölkerung ergreifen zu müssen. Das seit 43 Jahren existierende Provisorium Hardbrücke mit autobahnartigem Zubringer über die Rosengartenstrasse stinkt zum Himmel. Fristverlängerung hin oder her: wir sind nicht bereit, auf die Ewigkeit zu warten und fordern eine sofortige Entlastung der Bevölkerung am Rosengarten!

IG WesttangentePlus

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